Christopher Groß
Institut für Tierernährung - Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
About the Speaker
Christopher Groß
Tierarzt | Agrarwissenschaftler | Doktorand am Institut für Tierernährung
Christopher Groß verbindet in seinem Werdegang zwei Welten, die in der modernen Nutztierhaltung untrennbar zusammengehören: die praktische Landwirtschaft und die Veterinärmedizin. Diese Kombination aus agrarwissenschaftlichem und tiermedizinischem Fachwissen prägt seinen Blick auf Tiergesundheit, Tierernährung und Betriebsmanagement – mit dem Anspruch, Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden.
Seinen Weg begann er mit einer Ausbildung zum Landwirt (2013–2015), die ihn früh mit den realen Anforderungen landwirtschaftlicher Betriebe im In- und Ausland vertraut machte – unter anderem auf verschiedenen Milchviehbetrieben in Neuseeland. Diese frühen Auslandsstationen schärften nicht nur sein fachliches Verständnis, sondern auch seine Offenheit für unterschiedliche Produktionssysteme und Betriebsphilosophien. Es folgte ein Bachelorstudium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Agribusiness an der Universität Göttingen (2015–2018), welches die betriebswirtschaftliche und unternehmerische Perspektive auf die Landwirtschaft in den Mittelpunkt stellte.
Anschließend studierte er Veterinärmedizin an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, das er 2024 mit dem Staatsexamen und der Approbation als Tierarzt abschloss. Sein Blick für die Praxis basiert auf verschiedenen Einflüssen: aus mehreren Erntekampagnen auf großen Ackerbaubetrieben in Nord- und Ostdeutschland sowie in Australien, aus zahlreichen fachlichen Exkursionen im In- und Ausland und aus seiner Beratungstätigkeit bei CowConsult an der Schnittstelle von Landwirtschaft und Tiermedizin.
So verbindet er technisches, betriebswirtschaftliches und tierärztliches Verständnis.
Heute ist Christopher Groß Doktorand am Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Im Rahmen des BMELH-geförderten Forschungsprojekts "CalPhy" untersucht er unter Praxisbedingungen, wie Kolostrummanagement und Fütterungskonzepte die passive Immunität, Gesundheit und Entwicklung von Kälbern beeinflussen – ein Thema an der Schnittstelle von Tierernährung, Bestandsbetreuung und praktischem Betriebsmanagement. Gerade der Praxisbezug seiner Arbeit liegt ihm am Herzen: Forschung soll dort ansetzen, wo sie für Tier, Betrieb und Landwirt einen echten Unterschied macht. Seine Ergebnisse präsentierte er bereits auf der Smart Calf Rearing Conference 2025. Im Jahr 2026 folgen ein Vortrag auf der Tagung der European Society of Veterinary and Comparative Nutrition (ESVCN) in Neapel sowie ein Beitrag auf dem World Buiatrics Congress in Istanbul.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Nutztiergesundheit, der Tierernährung sowie der Verbindung von Agribusiness und Tiermedizin. Ihn interessiert besonders, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse in praxistaugliche Empfehlungen für Landwirtschaft, Beratung und Tierhaltung umsetzen lassen. Neben seiner Forschung engagiert er sich für einen wissensbasierten Dialog zwischen Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Agrarbranche.
Auf der EuroTier 2026 spricht er im Fachforum Rind über die Bedeutung des Kolostrummanagements für den Erfolg moderner Tränkekonzepte. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seinem Jagdhund draußen in der Natur.
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Cattle
Project CalPhy
Gesamtziel des Projektes "CalPhy" ist es, das Auftreten von behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu reduzieren und damit erhöhten Verlusten in der Kälberhaltung entgegen zu wirken. Durch den Einsatz von hochwertigen Ergänzungen wollen die Phytobiotics Futterzusatzstoffe GmbH (Phytobiotics) und das Institut für Tierernährung der TiHo insgesamt die Versorgung der Kälber verbessern und damit die Tiergesundheit, das Tierwohl und die Leistung fördern. Gezielt soll für die besonders empfindlichen Tiere innerhalb der Tiergruppen ein teil-individualisiertes Fütterungskonzept für die Praxis entwickelt werden. Eine ausreichende Versorgung mit Kolostrum ist von grundlegendem Einfluss für die Abwehrkraft und die Gesundheit der Kälber. Leichte und in Teilen auch in gut geführten Beständen durch unvermeidbare Situationen (mechanische Geburtsprobleme etc.) geschwächte Neugeborene, sind besonders betroffen von einer ungenügenden Kolostrumversorgung. Diese Kälber benötigen zusätzlichen Schutz, damit die Gefahr eines überdurchschnittlichen Abfalls des kolostralen Immunschutzes nicht die Infektionsanfälligkeit erhöht. Um das Risiko von Erkrankungen auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren, sind auf Basis einer sensiblen Erfassung von ersten Krankheitsanzeichen bzw. prädisponierenden Situationen weitere Maßnahmen sinnvoll. Futtermittelzusatzstoffe können zur Stärkung von Kälbern und damit Förderung ihrer Gesundheit eingesetzt werden. Insbesondere phytogene Zusatzstoffe haben in gut geführten Betrieben das Potential die Notwendigkeit für antibiotische Behandlungen weiter zu reduzieren. Ziel des Projektes "CalPhy" ist im Gesamten die Reduzierung der Häufigkeit von Erkrankungen in der Kälberaufzucht sowie damit verbunden eine Steigerung der Tiergesundheit und des Tierwohls. Damit kann das Projekt einen substantiellen Beitrag zur Förderung der nachhaltigen Leistungsfähigkeit der Agrarwirtschaft bei bestmöglicher Förderung des Tierschutzes in der Landwirtschaft leisten.




