Vom Baustein zum Stoffwechselschalter: Wie pansengeschütztes Lysin die Milchdrüsenzelle steuert und Milchqualität sowie Stickstoffeffizienz verbessert
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LyLysin dient der Milchkuh nicht nur als Baustein für das Milcheiweiß, sondern agiert im Euter auch als metabolisches Signal. In Rationen auf Mais- und Sojabasis ist es meist die erstlimitierende Aminosäure (Bedarf ca. 7,2 % des nutzbaren Proteins; NASEM, 2021). Zellversuche (Lin et al., 2018; Li et al., 2019) zeigen, dass Lysin die eigene Zellaufnahme stimuliert, die Proteinsynthese aktiviert und die Milchfettbildung fördert. Metaanalysen (Arshad et al., 2024; Li et al., 2026) belegen Mehrerträge von bis zu 1,5 kg Milch pro Tag, besonders in Kombination mit Methionin. Praxisversuche in Italien zeigten dosisabhängig mehr Milch (bei 50 g/Tag) oder mehr Fett (+0,30 % bei 145 g/Tag). Eine gezielte Ergänzung senkt den Proteinbedarf und reduziert Stickstoffverluste (Seleem et al., 2024; Cavallini et al., 2025). Voraussetzung bleiben jedoch ausreichende Energie, eine tatsächliche Lysinknappheit und eine hohe intestinale Verfügbarkeit.
