Zinpro
Marie-Laure Ocaña is passionate for the dairy industry for more than 15 years. Based in France, she holds an engineering degree in Agriculture from the Institut Supérieur d'Agriculture (France) and an M.Sc. in Animal Science (Preventive Animal Health and Welfare) from Wageningen University (The Netherlands). After several years working for a French consulting company and some veterinary pharmaceutical companies, she joined Zinpro as a Dairy Technical Service Manager, supporting nutritionists, producers and industry partners across Europe with practical, science-based dairy nutrition and on-farm training. Her technical focus includes transition cows, cattle management and youngstock. She is the technical coordinator for Zinpro IsoFerm in EU, bringing science to practice to in the field.
Marie-Laure
Ocaña
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Die Transitphase gehört zu den anspruchsvollsten Lebensabschnitten einer Milchkuh. In den Wochen vor und nach dem Kalben steigen die Nährstoffanforderungen drastisch an, während die Futteraufnahme gleichzeitig abnimmt. Dadurch geraten die Kühe in eine negative Energiebilanz und mobilisieren Körperreserven, um die Kolostrum und Milchproduktion zu unterstützen. Ein übermäßiger Körpergewichtsverlust während dieser Phase wird mit einer schlechteren metabolischen Anpassung, einem erhöhten Risiko für Gesundheitsstörungen sowie einer geringeren Produktionseffizienz in Verbindung gebracht.
Traditionell konzentrierten sich Transitkuhprogramme auf die Kontrolle der Körperkondition, die Maximierung der Trockenmasseaufnahme und die Unterstützung der Leberfunktion. In jüngerer Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Bedeutung der Skelettmuskelreserven und des Proteinstoffwechsels. Forschungsergebnisse zeigen, dass Kühe rund um das Kalben nicht nur Fettreserven, sondern auch erhebliche Mengen an Muskelgewebe mobilisieren können, um Aminosäuren für die Glukosesynthese, das Wachstum des Fötus und die frühe Laktation bereitzustellen.
Iso-Säuren, auch verzweigtkettige flüchtige Fettsäuren genannt, bieten einen neuen Ansatz zur Unterstützung von Kühen während der Transitphase. Diese Verbindungen entstehen natürlicherweise im Pansen beim Abbau verzweigtkettiger Aminosäuren. Sie sind essenzielle Nährstoffe für faserabbauende Bakterien und fördern das mikrobielle Wachstum, den Faserabbau sowie die mikrobielle Proteinsynthese. Forschungsarbeiten der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Pansenbakterien die verfügbaren Nährstoffe nicht vollständig verwerten können, wenn die Versorgung mit Iso-Säuren oder deren Verfügbarkeit unzureichend ist. Dies begrenzt die Futtereffizienz und die Leistungsfähigkeit der Tiere während der Laktation.
In jüngster Zeit wächst zudem das Interesse an der Rolle von Iso-Säuren bei Trockenstehern. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten eine erhöhte Trockenmasseaufnahme sowie höhere Blutglukosewerte vor und nach dem Kalben, eine Verringerung der Konzentration an freien Fettsäuren (sogenannte NEFAs, ein Marker für Fettmobilisierung) und der BHB-Werte (Ketonkörper), einen besseren Erhalt des Körpergewichts nach dem Kalben sowie eine höhere Spitzenmilchleistung, selbst wenn die Supplementierung ausschließlich, während der Trockenstehzeit erfolgte.
Die praktische Bedeutung für Milchviehhalter ist eindeutig: Das Management des Körpergewichts sollte sich nicht ausschließlich auf die Vermeidung von Fettverlust konzentrieren. Die Unterstützung der Nährstoffaufnahme, der Leberfunktion, der Panseneffizienz sowie die Reduzierung der Mobilisierung von Körperreserven können die metabolische Widerstandsfähigkeit der Kuh verbessern und ihre Nutzungsdauer positiv beeinflussen.