Verbesserung der metabolischen Anpassung rund um das Kalben: Die Rolle von Iso-Säuren
Rind
Beginnt in
7
Wochen
5
Tage
20
Stunden
33
Minuten

Verbesserung der metabolischen Anpassung rund um das Kalben: Die Rolle von Iso-Säuren

Donnerstag, 12. Nov. 2026
12:00 - 12:30 | Europe/Berlin

Presentation

Halle 12 | 12G28
Englisch
Beginnt in
7
Wochen
5
Tage
20
Stunden
33
Minuten
Über uns

Die Transitphase gehört zu den anspruchsvollsten Lebensabschnitten einer Milchkuh. In den Wochen vor und nach dem Kalben steigen die Nährstoffanforderungen drastisch an, während die Futteraufnahme gleichzeitig abnimmt. Dadurch geraten die Kühe in eine negative Energiebilanz und mobilisieren Körperreserven, um die Kolostrum und Milchproduktion zu unterstützen. Ein übermäßiger Körpergewichtsverlust während dieser Phase wird mit einer schlechteren metabolischen Anpassung, einem erhöhten Risiko für Gesundheitsstörungen sowie einer geringeren Produktionseffizienz in Verbindung gebracht.

Traditionell konzentrierten sich Transitkuhprogramme auf die Kontrolle der Körperkondition, die Maximierung der Trockenmasseaufnahme und die Unterstützung der Leberfunktion. In jüngerer Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Bedeutung der Skelettmuskelreserven und des Proteinstoffwechsels. Forschungsergebnisse zeigen, dass Kühe rund um das Kalben nicht nur Fettreserven, sondern auch erhebliche Mengen an Muskelgewebe mobilisieren können, um Aminosäuren für die Glukosesynthese, das Wachstum des Fötus und die frühe Laktation bereitzustellen.

Iso-Säuren, auch verzweigtkettige flüchtige Fettsäuren genannt, bieten einen neuen Ansatz zur Unterstützung von Kühen während der Transitphase. Diese Verbindungen entstehen natürlicherweise im Pansen beim Abbau verzweigtkettiger Aminosäuren. Sie sind essenzielle Nährstoffe für faserabbauende Bakterien und fördern das mikrobielle Wachstum, den Faserabbau sowie die mikrobielle Proteinsynthese. Forschungsarbeiten der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Pansenbakterien die verfügbaren Nährstoffe nicht vollständig verwerten können, wenn die Versorgung mit Iso-Säuren oder deren Verfügbarkeit unzureichend ist. Dies begrenzt die Futtereffizienz und die Leistungsfähigkeit der Tiere während der Laktation.

In jüngster Zeit wächst zudem das Interesse an der Rolle von Iso-Säuren bei Trockenstehern. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten eine erhöhte Trockenmasseaufnahme sowie höhere Blutglukosewerte vor und nach dem Kalben, eine Verringerung der Konzentration an freien Fettsäuren (sogenannte NEFAs, ein Marker für Fettmobilisierung) und der BHB-Werte (Ketonkörper), einen besseren Erhalt des Körpergewichts nach dem Kalben sowie eine höhere Spitzenmilchleistung, selbst wenn die Supplementierung ausschließlich, während der Trockenstehzeit erfolgte.

Die praktische Bedeutung für Milchviehhalter ist eindeutig: Das Management des Körpergewichts sollte sich nicht ausschließlich auf die Vermeidung von Fettverlust konzentrieren. Die Unterstützung der Nährstoffaufnahme, der Leberfunktion, der Panseneffizienz sowie die Reduzierung der Mobilisierung von Körperreserven können die metabolische Widerstandsfähigkeit der Kuh verbessern und ihre Nutzungsdauer positiv beeinflussen.

Sponsoren

Zinpro Corporation

Halle 22 / 22C26

Sprecher*innen